Erhielt im Alter von sechs Jahren ersten Geigenunterricht. Ab 1976 studierte er bei Grete Biedermann am Konservatorium Wien, ab 1984 bei Alfred Staar.
Seit 1987 ist er Mitglied der Wiener Symphoniker.
Ergänzend ist er als Kammermusiker im In- und Ausland tätig, etwa mit ensembles wie dem Wiener Concert Verein, den Vienna Classic Players,
der Wiener Kammerphilharmonie, dem Ensemble Kontrapunkte und dem Barockensemble der Wiener Symphoniker.
2010 - 2023 Mitglied bei den Wiener Symphonia Schrammeln, seit 2011 „Symphonisches Schrammelquintett Wien“.
Mitglied bis zu seinem Tod im Jahr 2019.
Seit dem 12. Lebensjahr spielte er die Altwiener Knopfharmonika. Neben seinem Wirtschaftsstudium war er immer ein Fanatiker für die Wiener Musik und wirkte in fast allen berühmten Schrammel Quartetts mit. Auch im Duo und als Solist machte er sich einen Namen. Er gründete 1986 die Gesellschaft Freunde der Wiener Musik, mit der er durchschnittlich 70 Eigenveranstaltungen in Wien durchführt quer durch die Wiener Musik.
Er bereiste mit seinen Ensembles die ganze Welt und bespielte zahllose Tonträger. Ständige Rundfunk und TV Aufnahmen, vor allem im Ausland. Er ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, zuletzt das „Goldene Verdienstzeichen“ für Verdienste um das Land Wien.
Liebe Schrammel-Familie!
Ein herzliches Willkommen zur Saison 2010/2011 und vielen Dank, dass Sie uns wieder die Ehre Ihres Besuches geben.
Nach vielen Jahren des schönen Familienlebens hat man das gute Gefühl:
Es passt, es muss immer so bleiben – wir haben uns einfach an diesen angenehmen Zustand gewöhnt.
Gern vergisst oder verdrängt man den natürlichen Fluss des Lebens, der immer wieder Veränderungen beinhaltet und manchmal auch Schmerz bereitet – und Abschied.
So einer Situation sehen wir uns jetzt gegenüber.
Der Gründer – sozusagen der Vater der Wiener Symphonia Schrammeln – Professor Stefan Plott hat uns Anfang September, entgegen jeder Planung eröffnet, aus gesundheitlichen Gründen und auf Anraten seiner Ärzte, bei uns in Pension zu gehen.
Unser Primarius war ja bis zu seiner Pensionierung vor einigen Jahren Konzertmeister der Wiener Symphoniker.
Welche besonderen Vorzüge soll ich ansprechen von einem Musiker, von dem Professor Franz Samohyl – einer seiner Lehrer (neben Vása Prihoda) – gesagt hat, Stefan Plott war sein talentiertester Schüler?
Doch – er hat desn „Wiener Schmäh“, ein Kostbarkeit in unserer lauten und schnellen Zeit.
Diese feinen Empfindungen und Zwischentöne auszudrücken, zum Klingen zu bringen, das ist seine Besonderheit.
Diese Art des Musizierens war ihm immer ein Anliegen. Er entschloss sich 1997 die Wiener Symphonia Schrammeln zu gründen, um diese Wiener Musik auf höchstem Niveau zu pflegen und zu erhalten.
Als Geiger darf ich sagen, wie viel ich von ihm gelernt haben: im Klang zu baden, zu waren, um Übergänge zu zelebrieren, all die möglichen Klangfarben zu fühlen und umzusetzen.
Unser Stefan ist ja auch ein „Lausbub“ wie er im Buche steht, der Schalk sitzt ihm seit jeher im Nacken – genauso die Sensibilität oder auch Melancholie, die zur Wiener Seele gehört.
Und das ist seine Kunst: dieses Gefühlspalette zum Klingen zu bringen, diese Art zu spielen, die direkt auf die Seele des Zuhörers losgeht.
Obwohl er als Konzertmeister gewohnt ist, musikalische Ideen zu entwickeln und vorzugeben, war Stefan in den Proben immer bereit, Vorschläge von allen anderen zu bedenken und auch anzunehmen – er ist einer der weiß, dass ein Ensemble mit Qualität nur durch ein Zusammenspiel aller funktioniert.
Jeder ist gleich wichtig, je nach Situation mal mehr, mal weniger. Im richtigen Moment zurückstecken zu können, um dann wieder aufzugeigen, sodass die Augen der Zuhörerinnen und Zuhörer vor Vergnügen und Freude zu glänzen beginnen und vielleicht auch eine Träne der Rührung aufsteigt.
Wir können jetzt nur „Danke“ sagen und wünschen unserem Professor Stefan Plott gute Genesung und alles erdenklich Gute. Ich denke, ich darf sagen: Die ganze Schrammelfamilie steht hinter diesen Wünschen. Unser Versprechen ist es, sein „Kind“ zu behüten und zu pflegen – wir sehen einen Auftrag darin.
Ihr
Helmut Lackinger